Einen festen Satz pro Aufruf gibt es bei YouTube nicht. Zwei Videos mit gleich vielen Aufrufen können sehr unterschiedlich viel einbringen, je nachdem, wo die Zuschauer leben, worum es im Video geht und wie viel Werbung tatsächlich lief. Wer Einnahmen aus Aufrufen schätzen will, muss eine Kennzahl verstehen: den RPM.
RPM und CPM
- CPM (Cost per Mille) ist der Preis, den Werbekunden für 1.000 Anzeigenimpressionen zahlen. Er wird vor dem YouTube-Anteil gemessen.
- RPM (Revenue per Mille) ist das, was der Creator pro 1.000 Aufrufe tatsächlich verdient, nach dem YouTube-Anteil. Er zählt jeden Aufruf mit, auch solche ohne Werbung.
Der RPM liegt deshalb immer unter dem CPM, oft deutlich. Willst du wissen, was dir deine Aufrufe wert sind, ist der RPM die richtige Zahl.
So werden die Einnahmen aufgeteilt
Laut YouTube-Hilfe gilt:
- Videos im Langformat: Creator erhalten 55 % der Nettoeinnahmen aus Werbung, die auf der Wiedergabeseite läuft.
- Shorts: Die Werbung läuft zwischen den Shorts im Feed. Die Einnahmen fließen in einen gemeinsamen Topf, werden nach Anteil an den Aufrufen verteilt, und Creator behalten 45 % des ihnen zugeteilten Betrags.
Videos im Langformat ab 8 Minuten können Mid-Roll-Anzeigen enthalten, was die Zahl der Anzeigen pro Aufruf erhöhen kann. Shorts werden dagegen gar nicht pro Video abgerechnet. Deshalb liegt der RPM bei Shorts meist weit unter dem im Langformat.
Die Formel
Geschätzte Einnahmen = Aufrufe × RPM ÷ 1.000
Angenommen, dein RPM liegt bei 3 €. Die Zahl dient nur als Beispiel und ist kein typischer Wert. Dann gilt:
- 100.000 Aufrufe × 3 € ÷ 1.000 = 300 €
- Pro einzelnem Aufruf sind das 0,003 €.
Änderst du den RPM, ändert sich das Ergebnis im gleichen Verhältnis. Darum können dieselben 100.000 Aufrufe auf einem Kanal ein Mehrfaches dessen wert sein, was sie auf einem anderen bringen.
Was den RPM beeinflusst
- Land der Zuschauer. Werbekunden zahlen in verschiedenen Märkten sehr unterschiedliche Preise.
- Thema. Finanzen, Business und Technik erzielen meist höhere Werbepreise als Unterhaltung oder Musik.
- Jahreszeit. Werbebudgets erreichen zum Jahresende ihren Höhepunkt und sinken im Januar.
- Einstellung zur Zielgruppe. Videos, die als „speziell für Kinder“ eingestellt sind, dürfen keine personalisierte Werbung zeigen.
- Anteil der Aufrufe mit Werbung. Werbeblocker, sehr kurzes Ansehen und manche Wiedergabeorte führen dazu, dass nicht jeder Aufruf Werbung zeigt.
Deinen echten RPM finden
Ist dein Kanal im YouTube-Partnerprogramm, öffne YouTube Studio, geh zu Analytics und wähl den Tab Umsatz. Dort siehst du den geschätzten Umsatz, den RPM und den wiedergabebasierten CPM. Nur hier stehen deine tatsächlichen Zahlen. Beachte, dass der RPM in Studio auch andere Einnahmen enthält, etwa aus Kanalmitgliedschaften und YouTube Premium.
So hilft dir unser Verdienstrechner
Gib die Aufrufe pro Tag ein und wähl Langformat oder Shorts. Dann legst du die Länder deines Publikums und das Thema deines Videos fest. Der Rechner zeigt die geschätzten Einnahmen pro Tag, Monat und Jahr als Spanne mit einem niedrigen, einem erwarteten und einem hohen Wert. Fügst du einen Video- oder Kanallink ein, füllen wir die täglichen Aufrufe anhand der öffentlichen Aufrufzahlen aus, und du kannst danach alles anpassen.
Ganz ehrlich zu den Grenzen: Das sind Schätzungen. YouTube veröffentlicht keine RPM-Werte nach Land oder Thema, daher stammen unsere Spannen aus Berichten Dritter, und die widersprechen sich. Wir nennen jede Quelle mit Datum und zeigen genau deshalb Spannen statt einer einzelnen Zahl. Nutze das Ergebnis zur Planung, nie als Einkommensversprechen.